Archiv für April, 2007

warum nur alpine pflanzen?

hier bin ich wieder, jetzt allerdings schon im April. Eigentlich wollte ich ja mindestens zweimal im Monat schreiben, aber irgendwie vergeht die Zeit so schnell. Nun ist schon fast Ostern und es ist an der Zeit, dass ich von meinen letzten Abenteuern berichte.

Letzte Woche bin ich richtig weit rumgekommen – ich war auf meiner ersten Exkursion zum Mount Ruapehu (ziemlich genau in der Mitte der Nordinsel). Im Gegensatz zu der Feldarbeit die ich gewoehnt bin (irgendwo in die Walachei, wochenlang dort bleiben und immer die gleichen Pflanzen beobachten) war es dieses Mal etwas anders. Am ersten Tag, nachdem ich um 5.30 Uhr aufgestanden bin und wir etwa 4 Stunden gefahren sind, hiess es den Berg rauf und Pflanzen suchen. Ich wandere ja eigentlich sehr gern, aber das war doch hart an der Grenze. Wir waren insgesamt etwa 6 Stunden unterwegs, die meiste Zeit ging es entweder steil bergauf oder steil bergab und nicht etwa auf schoenen Wegen, nein, Trampelpfade querfeldein! Dazu kommt noch, dass wir inmitten von Wolken steckten und es ziemlich windig war, so dass wir von der schoenen Aussicht nichts gesehen haben. Aber es war schon eine Erfahrung…Uebrigens haben wir dann auch gar keine Pflanzen gefunden, also war es nur eine Wanderung – super!
Wir haben auf einem Campingplatz uebernachtet, aber nicht in Zelten, sondern in kleinen Huetten. Eine Huette fuer die Maedchen und eine fuer die Jungs. Die Jungs waren mein Betreuer (Phil) und der Betreuer von Whitney (Peter). Whitney ist aus Iowa und macht hier ihren Master ueber Farne. Das andere Maedel ist Mei Linn und sie schreibt ihre Masterarbeit ueber Plantago. Whitney ist diesmal nur so mitgekommen, sie wollte gar keine Pflanzen sammeln, allerdings haette sie nicht gedacht, dass unsere kleine Wanderung soooooo schlimm sein wuerde (Phil hatte bloss gesagt, dass wir ein bis zwei Stunden laufen wuerden und dann ein paar Pflanzen sammeln – tja, war nur fast richtig).
Am Donnerstag sind wir dann mit dem Auto auf 1600 m gefahren und sind wieder durch die Felsen gestolpert, diesmal allerdings erfolgreich. Dann haben wir uns noch die Lahar angesehen, die vor zwei Wochen den Berg runtergrauscht ist.
Der Ruapehu ist ein noch aktiver Vulkan mit einem grossen Kratersee und der letzte Ausbruch war 1995. Dabei wurde der Kraterseeabfluss gestaut und es war nur eine Frage der Zeit, bis der Damm bricht. Und das war vor zwei Wochen und der ganze Schlamm ist den Berg runtergeflutscht (Lahar). Dabei hat er genau die Bahn genommen, die die schlimmste Lahar 1953 auch geflossen ist. dabei wurde eine Eisenbahnbruecke weggerissen und ein Zug ist abgestuerzt. Dabei sind ueber 150 Menschen ums Leben gekommen. Diesmal ist zum Glueck niemand zu Schaden gekommen.
Am Freitag haben wir noch eine kleine Wanderung zu einem schoenen Wasserfall gemacht, ein bisschen was gesammelt und dann gings wieder zurueck in das immer noch erstaunlich warme Wellington.

Langsam lerne ich immer mehr Leute kennen – ich treffe jetzt schon welche im Flur in der Uni, die ich gruessen kann und neulich hab ich sogar jemanden auf der Strasse getroffen! Trommeln laeuft auch gut – wir starten demnaechst ein Projekt mit schottischen Dudelsackspielern! Mit dem Wanderclub war ich auch schon unterwegs – klettern fuer einen Tag am Baerings Head (ein paar Riesenfelsbrocken direkt am Meer). Es war ziemlich gut, allerdings finde ich es ein bisschen komisch, dass alle Leute in diesem Club wesentlich mehr Wert darauf legen, immer genug Bier dabei zu haben, als tatsaechlich zu klettern…

So, dass war ziemlich viel, ich sollte wirklich oefter schreiben und dann dafuer nicht so viel auf einmal – ich werde es versuchen, versprochen!
Auch das mit den Bildern bzw. Videos versuche ich auch noch hinzukriegen, aber versprechen kann ich nichts. Ich trau mich noch nicht wirklich, alles moegliche auszuprobieren.
also dann bis bald und euch allen froehliche Ostern und ja alle versteckten Eier finden – es stinkt nach einer Weile!

PS: um noch einmal auf den Tirtel zurueckzukommen – das habe ich die ganze Zeit gedacht, als ich mich durch den Busch kaempfte, an Felsen in Wind und Regen hing und meine Wanderschuhe mit jeden Schritt schwerer und schwerer wurden. Aber wenn dann doch mal etwas Aussicht zu sehen war, wusste ich wieder, warum ich das mache!

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